Preise & Auszeichnungen
Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft ist in der glücklichen Lage, über sechs verschiedene Förder- und Preisinstrumente verfügen zu können. Damit werden einerseits ornithologische Projekte von ihrer Planung an unterstützt, andererseits werden bereits geleistete Arbeiten gewürdigt. Neben der direkt greifenden Förderung über den Forschungsfonds besitzen wir damit weitere wichtige Instrumente des Forschungsmanagements.
Preise 2009
Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft e.V. hat anlässlich ihrer 142. Jahresversammlung 2009 in Pörtschach zwei Preise verliehen.
Löhrl-Preis 2009

- Dr. Volker Salewski
Herr Dr. Volker Salewski erhält den diesjährigen Hans Löhrl-Preis für seine Untersuchungen zur Ökologie von Zugvögeln. Herr Dr. Salewski lieferte sowohl mit Arbeiten zu spezifischen Problemen, als auch durch Übersichten, wichtige Beiträge zum besseren Verständnis des paläarktisch-afrikanischen Vogelzugsystems. Seine feldornithologischen Untersuchungen im Überwinterungsgebiet und entlang der Wanderrouten paläarktischer Zugvögel trugen wesentlich zur kritischen Bewertung von Theorien über die Habitatnutzung von Langstreckenziehern im Überwinterungsgebiet bei. Sie enthalten außerdem erste detaillierte Angaben über die Nischenaufteilung zwischen Zugvögeln und tropischen Standvögeln. Seine Beobachtungen zeigten z.B., dass Fitisse und Trauerschnäpper dabei ganz unterschiedliche Strategien verfolgen. Seine reiche Erfahrung erlaubte es ihm schließlich methodenkritische Arbeiten zu verfassen und auf Lücken in unserem Wissen über die Ökologie von Zugvögeln im Winterquarter hinzuweisen. Speziell warnte er vor übereilten Verallgemeinerungen und wies auf die Notwendigkeit hin, zunächst die wichtigen Aspekte wie Habitatnutzung und Mauser jeder Art einzeln zu untersuchen. Er setzte sich außerdem kritisch mit theoretischen Problemen auseinander und entwickelte neue Vorstellungen über die Evolution des Vogelzugs. Da heute Vogelschutz immer mehr die Verhältnisse in den Überwinterungsgebieten einbezieht, konnte er sich auch hier, wie etwa bei den Bemühungen um den Seggenrohrsänger, wesentlich einbringen.
Maria-Koepcke-Preis 2009

- Dr. Martin Päckert
Herr Dr. Martin Päckert erhält den Maria-Koepcke-Preis für seine Verdienste um die Kombination von Museumsarbeit und Feldornithologie. Unter dem Motto „Aus der Sammlung ins Labor“ erweitert er das klassische morphologische Methodenspektrum in der Museumsornithologie um molekulare Analysen und ergänzt diese mit feldornithologischer Arbeit. Mit diesem modernen Ansatz knüpft er an die Arbeiten seines Lehrers, Prof. Jochen Martens, an, den er ausbaut und um neue statistische Verfahren erweitert. Dr. Martin Päckert beweist mit dieser Methodenvielfalt, dass Molekulargenetik, Feldornithologie und Museumsornithologie in wechselseitigem Nutzen zu einander stehen. Durch die Kombination von genetischem Material aus Sammlungen und modernen Methoden eröffnen sich neue Möglichkeiten und Wege, evolutionäre Veränderungen direkt zu untersuchen. Dieser Einsatz verschiedener unabhängiger Merkmalskomplexe hat sich in der ornithologischen Systematik bereits bewährt. So konnte die „Mainzer Arbeitsgruppe“ zu der auch Herr Päckert gehörte, durch dieses Verfahren einige kryptische Arten aufdecken und neu beschreiben. Seine Kenntnisse und die Methodenvielfalt wendet Herr Päckert auch an seiner neuen Arbeitsstelle am Museum für Tierkunde an und wird so zum Multiplikator einer bewährten Tradition.
