Kommission „Artenliste der Vögel Deutschlands“ der DO-G

Update vom 21.04.2020

Downloads - Artenliste der Vögel Deutschlands

Downloads - Artenliste der Vögel Deutschlands

Die ausführliche Artenliste von 2018 einschließlich der Begleitpublikation hier als PDF:

Artenliste DE V. 3.1, 2018

Sie findet sich auch in Heft 3 der Vogelwarte, Jahrgang 56 (2018), die im Januar 2019 an unsere Mitglieder ausgeliefert worden ist.

Das Oktavheft der Kurzfassung in aktueller Systematik (Version 3.2) von 2019 gibt es hier:

Artenliste DE V. 3.2, 2019 (PDF)

Für den eigenen praktischen Gebrauch ist diese Excel-Datei bestimmt, die lediglich die gültigen deutschen und wissenschaftlichen Namen in aktueller Systematik enthält:

Artenliste DE V. 3.2, 2019 (XLSX)

Diese Excel-Tabelle kann für eigene Zwecke verwendet und bearbeitet werden, veränderte oder bearbeitete Versionen dürfen aber nicht an Dritte weitergegeben werden. Das Original steht frei verfügbar hier zum Download bereit.
Die DO-G übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt bearbeiteter, ergänzter oder veränderter Versionen dieser Tabelle.

© Deutsche Ornithologen-Gesellschaft, Radolfzell 2019

 

 

Bedeutung offizieller nationaler Listen

Nationale Artenlisten sind durch Entwicklungen in Systematik und Taxonomie, Anpassungen von Namen, Neunachweise und Statusänderungen ständig im Fluss. Sie sind als aktuelle Übersichten und Referenzgrundlage für andere ornithologische und avifaunistische Arbeiten wichtig und besitzen auch juristische Implikationen. Daher unterhalten weltweit große nationale wissenschaftliche Ornithologenvereinigungen eigene Kommissionen, die über die Seriosität solcher Listen wachen, so auch die DO-G.

Aufgaben der Kommission

Die Kommission „Artenliste der Vögel Deutschlands“

•    hält Systematik und Taxonomie der deutschen Artenliste auf aktuellem Stand und folgt dabei konsequent der IOC-Liste,
•    passt die wissenschaftlichen und gegebenenfalls deutschen Namen entsprechend an,
•    überprüft die ersten fünf deutschen Nachweise von Vogelarten (nach deren Anerkennung durch die Seltenheitenkommission) auf ihre Validität und weist ihnen einen Status innerhalb der Kategorien A-E zu,
•    verfährt ebenso mit ersten Brutnachweisen,
•    kontrolliert nach biologischer Einschätzung und auf Basis überprüfbarer Quellen, ob Neozoen die Bedingungen für etablierte Vorkommen erfüllen,
•    veröffentlicht relevante aktuelle Veränderungen in offiziellen Verlautbarungen in der Zeitschrift „Die Vogelwarte“ oder auf der Webseite der DO-G,
•    bereitet fortlaufend aktualisierte Fassungen der deutschen Artenliste vor.

Geschichte

Die erste offizielle Artenliste der Vögel Deutschlands wurde 1964 unter Federführung des damaligen Herausgebers des Journals für Ornithologie und Vizepräsidenten der DO-G herausgegeben (Niethammer et al. 1964) und lieferte innerhalb Deutschlands für lange Zeit die Grundlage für Systematik, Taxonomie und Statuseinschätzungen.
1991 wurde die DO-G-Projektgruppe „Artenliste der Vögel Deutschlands“ geschaffen, die 1993 im Journal für Ornithologie eine neue Version publizierte, die der damals in Europa überwiegend benutzten Systematik von Voous folgte (Barthel 1993). Die Gruppe führte ihre Tätigkeit als Kommission der DO-G fort und veröffentlichte im Jahr 2005 eine aktuelle Fassung, in der, abweichend von anderen zeitgleich in Europa üblichen Listen, Systematik und Taxonomie konsequent an neue phylogenetische Erkenntnisse angepasst und erstmals verfeinerte Statusangaben geliefert wurden (Barthel & Helbig 2005). Eine englische Version dieser letzten Checklist bekamen 2006 die Teilnehmer des International Ornithological Congress in Hamburg (Barthel & Helbig 2006). Andere Länder näherten sich den dort gesetzten, zu einem großen Teil in Deutschland entwickelten Maßstäben später an.
Die aktuelle Fassung (Barthel & Krüger 2018) enthält nach über 50 Jahren erstmals auch wieder alle in Deutschland nachgewiesenen Unterarten einschließlich erweiterter Statusangaben, ferner bei den wissenschaftlichen Namen deren Autoren und das Jahr der Erstbeschreibung sowie die offiziellen englischsprachigen Bezeichnungen. Veränderungen gegenüber der Vorgängerliste sind in einer ausführlichen Begleitpublikation erläutert (Barthel et al. 2018).
Da die DO-G nach einem Präsidiumsbeschluss in taxonomischen und systematischen Fragen seit dem Jahr 2018 der IOC-Weltvogelliste folgt, gilt dies natürlich auch für die deutsche Artenliste. Kurz nach deren Erscheinen wurden jedoch in der Weltliste gravierende systematische Umstellungen vorgenommen, was Auswirkungen auf die Reihenfolge der Arten in der aktuellen, separat gedruckten Kurzfassung der deutschen Artenliste hatte (Barthel & Krüger 2019). Sonst ist die kleine Liste mit der Langfassung von 2018 identisch, enthält aber keine Unterarten und englischsprachigen Bezeichnungen. Sie ist für die praktische, tägliche Arbeit und zum schnellen Nachschlagen gedacht. Hinsichtlich der Systematik sollte jedoch der Kurzfassung (Version 3.2) statt der ausführlichen Publikation (Version 3.1) gefolgt werden.

Aktualisierungen

Aktualisierungen, Ergänzungen und Korrekturen werden bei Bedarf auf der Webseite der DO-G vorgestellt. Eine komplette neue Version, an der die Kommission fortlaufend arbeitet, wird allerdings erst bei gravierenden Veränderungen erscheinen.

Korrekturen

In der Begleitpublikation zur Artenliste der Vögel Deutschlands (Barthel et al. 2018) wurde der explizite Hinweis auf die in der Liste erfolgte Trennung der bisherigen Saatgans Anser fabalis in die beiden Arten Waldsaatgans A. fabalis und Tundrasaatgans A. serrirostris vergessen.
In der Liste selbst (Barthel & Krüger 2018) fehlt bei der Pfuhlschnepfe Limosa lapponica auf S. 183 die nach der Nominatform zu ergänzende Unterart L. l. taymyrensis Engelmoer & Roselaar 1998, die aus dem nördlichen Sibirien stammend regelmäßig als Durchzügler in Deutschland erscheint.

Kontakt: Peter H. Barthel, e-mail