Preis der HORST-WIEHE-Stiftung

Diese Stiftung wurde 1993 mit einer Spende von Herrn Horst Wiehe errichtet; heute beträgt das Stiftungskapital 26.000 €. Mit diesem Preis werden herausragende Arbeiten über ökologische Themen der Ornithologie gewürdigt. Etwa alle zwei Jahre wird einem/-r Autor/-in ein Betrag von mindestens 1.600 € übergeben. Mitgliedschaft in der DO-G ist nicht vorausgesetzt.

> Satzung für den Preis der Horst-Wiehe-Stiftung der DO-G

Horst-Wiehe-Preisträger 2014: Jens Hering

Jens Hering (Foto: H. Hering)

Den Preis der Horst-Wiehe-Stiftung 2014 erhielt Jens Hering für seine hervorragenden Studien an Vögeln (nicht nur) in Nordafrika.

Ausgebildet als Maschinenbaumonteur und Verwaltungsfachwirt, gehört Jens Hering seit frühester Jugend zu den aktivsten Ornithologen unseres Landes, die sich in ihrer Freizeit intensiv der Ornithologie als Wissenschaft widmen, und das sehr erfolgreich.
Seine vielen Auslandsreisen, davon allein etwa 30 Reisen nach Afrika, waren und sind gezielt auf die Erforschung der Vogelwelt Libyens, Ägyptens, Dschibutis, des Sudans, der Kapverden und der Azoren ausgerichtet.
Besonders hervorzuheben sind dabei seine Untersuchungen an Acrocephalus-Arten, wobei er entscheidend zur Klärung der Verbreitung und taxonomischer Fragestellungen des Teichrohrsänger-Komplexes (Acrocephalus scirpaceus) beiträgt. Bei weiteren Arten, u.a. Blassspötter, Chinadommel, Wachtel, Weißstorch, Kormoran, Zwergrohrdommel, Türkentaube, Sumpfohreule, Sperber, Steppenweihe, Dunkelente und Bekassine, erweitern er und seine Mitstreiter vorhandene Erkenntnisse.
Auf seinen Expeditionen spielen auf der einen Seite die Erforschung des Vorkommens der Arten, aber auch Naturschutzaspekte auf der Basis der Untersuchungen zu Habitatansprüchen und Brutbiologie eine große Rolle.
Seine Publikationsliste  mit mehr als 100 Artikeln, bei denen er in der Mehrzahl der Fälle Erstautor ist, spricht für sich.

 

Bisherige Preisträger/-innen:

2012 Petra Quillfeldt

2012 Petra Quillfeldt

Petra Quillfeldt (Foto: Alice Carravieri)

Den Preis der Horst-Wiehe-Stiftung erhielt Frau Prof. Dr. Petra Quillfeldt von der Universität Gießen in Anerkennung ihrer langjährigen Arbeiten an Seevögeln der Südhemisphäre. Seit 1995 untersucht Frau Frau Professor Dr. Petra Quillfeldt Sturmschwalben, Sturmvögel, Sturmtaucher und Pinguine, daneben aber auch Magellangänse und Scharben in der Antarktis bzw. auf den Falkland-Inseln sowie Sittiche in Argentinien.
Das Hauptaugenmerk ihrer Forschung liegt in der Untersuchung der Ökologie lang lebender Vogelarten und ihrer Reaktion auf Veränderungen in marinen bzw. terrestrischen Ökosystemen. Dabei spielen die aktuellen Klimaänderungen eine besondere Rolle. Ein wichtiger Bereich sind nahrungsökologische Fragestellungen, wozu sie direkte Nahrungsanalysen, Radio-Telemetrie, Datenlogger, stabile Isotopen und Fettsäure-Signaturen kombiniert. Ein weiteres Arbeitsfeld sind die Molekulare Ökologie und die Artbildung bei Seevögeln. Darüber hinaus beschäftigt sich Frau Quillfeldt mit Parasiten sowie mit endokrinologischen und immunologischen Fragen. Ihre verhaltensökologischen Untersuchungen an Seevögel beinhalten insbesondere die Eltern-Küken-Interaktionen und sie schließen die hormonelle Steuerung des Verhaltens ein.
Frau Quillfeldts Arbeiten mit ihren multidisziplinären Ansätzen haben unser Verständnis über die Ökologie insbesondere der Arten der kalten Regionen stark erweitert. Hervorzuheben ist außerdem, dass ihre Arbeiten auch in Management- und Aktionspläne sowie in Ausweisungen von „Important Bird Areas“ einflossen.

2007 Gilberto Pasinelli

2007 Gilberto Pasinelli

Honorierte Arbeit: Ökologie Spechte

2005 Stefan Garthe

2005 Stefan Garthe

Honorierte Arbeit: Ökologie und Schutz von Meeresvögeln

2003 Hans-Ulrich Peter

2003 Hans-Ulrich Peter

Honorierte Arbeit: Antarktische Seevögel

Laudatio: Vogelwarte 42: 274-275

2001 Thomas Lubjuhn

2001 Thomas Lubjuhn

Honorierte Arbeit: Molekulargenetische Basis der Paarbindungssysteme

Laudatio: J. Ornithol. 143: 117

1996 Peter Becker

1996 Peter Becker

Honorierte Arbeit: Populationsbiologie der Seeschwalben

Laudatio: J. Ornithol. 138: 247