FG Vögel der Agrarlandschaft
Im Rahmen der Jahrestagung der DO-G wurde am 5. Oktober 2008 in Bremen eine neue Fachgruppe „Vögel der Agrarlandschaft“ eingerichtet. Die Vögel der Agrarlandschaft sind bereits heute die am stärksten bedrohte Vogelgruppe, für die Zukunft sind weitere Verschlechterungen ihres Lebensraumes durch die zunehmende Intensivierung der Landnutzung sowie dem steigenden Bedarf an Nachwachsenden Rohstoffen zu befürchten. Nach dem Wegfall der Stilllegungsverpflichtung wurde bereits im Jahr 2007 die Hälfte aller in Deutschland brachliegenden Flächen wieder in Nutzung genommen. Gemeinsame Anstrengungen zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich.
Bei einem ersten Treffen der FG im Februar 2009 wurde vor allem das Verschwinden der Stilllegungsflächen und die Auswirkungen für die Feldvögel thematisiert und des Weiteren über verschiedene „Indikatoren“ zur Bestandsentwicklung der Feldvögel informiert und diskutiert.
Die Fachgruppe trifft sich inzwischen regelmäßig im Frühjahr vor allem zu einem ausgiebigen Informationsaustausch. Die 2- 3-tägigen Treffen werden genutzt, aktuelle Bestandsentwicklungen aufzuzeigen und über aktuelle Forschungsprojekte und -ergebnisse zu informieren sowie vor allem auch zu diskutieren. So wurde im Rahmen des Treffens 2011 ein ausführliches Positionspapier zur Bestandssituation der Vögel der Agrarlandschaft entworfen und bei der Jahrestagung der DO-G in Potsdam vorgestellt.
Neben den mehrtägigen Frühjahrstreffen mit Vortragsprogramm gibt es während der Jahrestagung der DO-G weitere kürzere Zusammentreffen.
Rückblick: Treffen der FG am 1. und 2. März 2013 in Kleinmachnow
Die Fachgruppe traf sich am 1. und 2. März 2013 auf Einladung von Jörg Hoffmann im Julius-Kühn-Institut (JKI), Institut für Strategien und Folgenabschätzung in Kleinmachnow. Das Treffen stand unter dem Thema: „Agrarvögel – ökologische Bewertungsgrundlage für Biodiversitätsziele in Ackerbaugebieten“.
Ziel war es, den aktuellen Kenntnisstand auf dem Gebiet der Bioindikatoren mit Focus auf Agrarvögel aufzuzeigen, die dem Schutz der Biodiversität dienen. Die Veranstaltung war in die Vortragssektionen „Agrarvögel als Bioindikatoren“, „Methoden für landwirtschaftliche Gebiete“, „Wirkungen landwirtschaftlicher Maßnahmen auf Agrarvögel“ sowie „Biodiversitätsfreundliche Nutzungssysteme“ gegliedert.
Vortragsprogramm (die Vorträge können als pdf heruntergeladen werden):
- Martin Flade (Brodowin): Aktuelle Bestandsentwicklung von Vogelarten der Agrarlandschaft in Deutschland und Schlüsselfaktoren für die Bestandsentwicklung
- Sven Trautmann (Münster): Agrarvögel als Bioindikatoren für landwirtschaftliche Gebiete
- Jörg Hoffmann (Kleinmachnow): Landwirtschaftlich basiertes Vogelmonitoring mit Ergebnisbeispiele
- Jan-Dieter Ludwigs (Hirschberg): Bewertung von Vogelarten bei der Zulassung von Pestiziden in Europa und Deutschland
- Stefan Meyer (Göttingen): Veränderungen der Segetalflora der letzten Jahrzehnte und mögliche Konsequenzen für Agrarvögel
- Stefan Kühne (Kleinmachnow): Potenzielle Nahrungsquellen (Invertebraten) für Agrarvögel im Grenzbereich von Äckern und Kleinstrukturen
- Hermann Hötker, Teresa Jahn, Rainer Oppermann, Richard Bleil (Bergenhusen): Indirekte Effekte von Pestiziden auf Vögel – Ergebnisse eines Projektes des UBA
- Ralf Joest (Bad Sassendorf): Vertragsnaturschutz für Feldvögel in der Hellwegbörde -Ergebnisse und Perspektiven
- Eckhard Gottschalk, Werner Beeke (Göttingen): Rebhuhnschutzprojekt - Blühstreifenmanagement für das Rebhuhn
- Torsten Langgemach (Nennhausen): Naturschutz in der Agrarlandschaft am Beispiel des Schutzprogramms Großtrappe
- Krista Dziewiaty, Rainer Oppermann, Petra Bernardy (Seedorf, Mannheim, Hitzacker): Ökologische Vorrangflächen – Anforderungen an das Greening-Konzept aus avifaunistischer Sicht
- Simon Birrer (Schweiz): Landwirtschaft und Biodiversität - Aktuelles Arbeiten an der Schweizerischen Vogelwarte Sempach
Das Treffen fand auf Einladung von Jörg Hoffmann statt, bei dem wir uns vor allem auch für die Organisation ganz herzlich bedanken möchten!
Positionspapier "Ökologische Vorrangflächen (ÖVF)"
19.11.2012 - DO-G Expertengruppe fordert Anteil von mehr als 10 % Ackerbrachen und sehr extensiv genutzte Agrarflächen je gefördertem Landwirtschaftsbetrieb. Als ÖVF sollten nur Flächen- und Nutzungstypen mit ausreichenden ökologischen Wirkungen hinsichtlich der Biodiversitätsziele angerechnet werden, Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz sollte auf diesen Flächen nicht erlaubt sein. Das Papier nimmt damit Stellung zu aktuellen Plänen der Europäischen Kommission.
Positionspapier zur aktuellen Bestandssituation der Vögel der Agrarlandschaft
30.09.2011 - Wissenschaftler fordern besseren Schutz der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft
Keine andere Vogelartengruppe war in den letzten Jahrzehnten in Deutschland von so starken und anhaltenden Bestandsrückgängen betroffen wie die Vögel der Agrarlandschaft. Besonders dramatisch: Seit einigen Jahren verschärft der Wegfall der EU-Flächenstilllegungen und der zunehmende Energiepflanzenanbau diese Entwicklung sprunghaft! Die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen geben kaum Hoffnung auf Entspannung der Situation. Vor diesem Hintergrund wenden sich die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) und der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) mit einem Positionspapier an die Öffentlichkeit.
Das Positionspapier sowie die Pressemitteilung dazu sind als download erhältlich:
- Pressemitteilung zum Positionspapier
Rückblick: Treffen im Frühjahr 2012
Im Frühjahr 2012 fand ein größeres Treffen der FG in Gießen im Schloss Rauischholzhausen vom 9.-10. März statt. Es gab wiederum zu verschiedenen Themenbereichen Fachvorträge, die größtenteils auch als pdf zur Verfügung stehen:
Birgit Aue (Justus-Liebig Universität Giessen): „Vogelgemeinschaften in High Nature Value Farmland“
Jörg Hoffmann (Julius-Kühn-Institut, Braunschweig): "Bewertung und Verbesserung der Biodiversität in landwirtschaftlichen Gebieten unter besonderer Berücksichtigung von Vogelarten als Bioindikatoren".
Teresa Jahn (Michael-Otto-Institut im NABU, Bergenhusen): Vorstellung erster Ergebnisse aus dem UBA-Forschungsvorhaben zum „Schutz der Diversität wildlebender Vogel- und Säugerarten vor den Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln“.
Hermann Hötker (Michael-Otto-Institut im NABU, Bergenhusen): "Entwicklung eines Sensitivitätsindex gegenüber Pestiziden für Vögel und Säugetiere".
Rainer Oppermann (Institut für Agrarökologie und Biodiversität, Mannheim): "Agrarumwelt-Politik in Europa - Bilanz, Notwendigkeit und mögliche Chancen für den Feldvogelschutz ab 2014".
Christian Heuck (Philipps-Universität Marburg): „Landnutzung als Einflussfaktor auf die Brutverbreitung des Rotmilans“.
Peter Batary (Georg-August Universität, Göttingen / MTA-ELTE-MTM Ecology Research Group, Budapest): „Bedeutung der Hecken in der Erhaltung von Agrarvögeln“
Martin Flade, Torsten Langgemach (Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg): "Aktuelle Entwicklung (oder auch Stagnation) der Maisproblematik in Brandenburg"
- Stefan Stübing (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz): "Artenhilfskonzept für Wiesenvögel in Hessen".
Das Treffen fand auf Einladung von Thomas Gottschalk statt, bei dem wir uns vor allem auch für die Organisation ganz herzlich bedanken möchten!
Kontakt, Treffen, Protokolle, etc.
Treffen der Fachgruppe:
Regelmäßige Treffen2-mal jährlich; Frühjahrstreffen an wechselnden Orten und herbstliche Zusammenkunft auf den DOG- Jahresversammlungen.
Materialien:
Protokoll des FG-Treffens in Giessen März 2012
Protokoll des PG-Treffen in Brodowin April 2010
Programm des Treffens in Brodowin vom 8. bis 10. April 2010
Protokoll PG-Treffen Herbst 08 (PDF Download 10 kb)
Protokoll PG-Treffen Frühjahr 09 (PDF Download 20 kb)