Fachgruppe „Bienenfresser“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft

Diese Fachgruppe (FG) besteht aus Menschen, die sich mit dem Bienenfresser wissenschaftlich oder auch nur in der Freizeit beschäftigen und die daran Interesse haben, dass ihre Beobachtungen und Erfahrungen strukturiert und für die Nachwelt gesichert erfasst und verarbeitet werden. Uns ist es in gleichem Maße wichtig wissenschaftliche Projekte zu fördern und zu koordinieren, wie auch als reine „Sammelstelle“ für Brutbeobachtungen zu dienen.

•    Die Fachgruppe besteht seit dem Jahr 2013.

•    Inzwischen (März 2017) sind 70 an Bienenfressern interessierte Menschen aus sechs Ländern registriert
      und erhalten etwa zweimal im Jahr Informationen über die Art.

•    Drei Schwerpunkte werden in der FG derzeit bearbeitet:

Brutkataster

Wir erfassen Brutvorkommen des Bienenfressers in Deutschland und einigen Nachbarländern. Dabei arbeiten wir mit lokalen Spezialisten und Koordinatoren eng zusammen. Derzeit (Feb. 2017) haben wir für den Zeitraum 1966 bis 2016 Kenntnis von ca. 14.000 Bruten (ca. 13.000 in Deutschland) an 491 Standorten (Deutschland: 404). Wir arbeiten weiter daran, das Bild abzurunden, werten Literaturangaben aus und versuchen dort, wo bisher wenige präzise Standortangaben vorliegen, diese zu konkretisieren.

Diese Datenbank wird künftig sicherlich für vielfältige Fragestellungen eine wertvolle Grundlage sein, denn sie beschreibt die Expansionsdynamik einer Vogelart sehr präzise. Verschiedene Themen können und sollen damit beantwortet werden, z.B. populationsbiologische und siedlungsökologische Fragen, Studien zur Habitatwahl, Nahrungsanalysen, etc., Ursachenanalyse der Arealexpansion.

Wissenschaftliche Studien

Mitglieder der Fachgruppe arbeiten an verschiedenen Studien zur Biologie, Ökologie und Genetik der Bienenfresser. Wir begleiten und fördern zudem Bachelor- und Masterarbeiten.

•    Phylogeographie des Europäischen Bienenfressers
•    Untersuchung der Zugwege und Überwinterungsgebiete
•    Ökologie, Phänologie und Bestandsdynamik
•    Nahrungsökologie

Andere Arbeitsthemen können und werden künftig aufgenommen.

Informationen

Die FG möchte in einem offenen und zwanglosen Informationsaustausch Aktive und Interessierte miteinander vernetzen, um Erkenntnisse über den Bienenfresser in Deutschland und Mitteleuropa zusammenzutragen. Dazu werden in loser Folge Symposien und FG-Treffen veranstaltet, um über aktuelle Erkenntnisse zur Expansion des Bienenfressers in Deutschland und Mitteleuropa sowie über Neues zur Biologie, Ökologie oder zu Naturschutzfragen zu berichten.

Bisher wurden bereits zwei Symposien ausgerichtet:

•    1. Bienenfresser-Symposium 2012 in Kerzenheim/Pfalz

•    2. Bienenfresser-Symposium 2015 in Mücheln/Sachsen-Anhalt     > Programm     > Bericht     

•    Das 3. Bienenfresser-Symposium findet 2017 anlässlich der 150. Jahresversammlung der DO-G
      in Halle (Saale) statt.

Neben Symposien und regelmäßigen Rundschreiben an die FG-Mitglieder wird ein reger Informationsaustausch gesucht, um aktive Mitglieder bei Bedarf bestmöglich zu unterstützen und Interessierte zur aktiven Mitarbeit zu bewegen.

Sprecher der Fachgruppe

Dr. Hans-Valentin Bastian
Geschwister-Scholl-Str. 15     
67304 Kerzenheim    
e-mail 

Literatur

•    Anleitung zur standardisierten Bestandserfassung Bienenfresser  > PDF

•    Bastian & Bastian 2014: Maiwitterung bestimmt Erstankunft des Bienenfressers - Vogelwarte  > PDF

•    Jahresbericht 2014 FG Bienenfresser  > PDF

•    Brust et al. 2015: Determinants of between-year burrow re-occupation - Ecol. Evol.  > PDF

•    Arbeiter, Schultze, Tamm & Hahn 2015: Cascading Effect Weather Bee-eater - J. Orn.  > PDF

•    Bericht zum Bienenfresser-Symposium April 2015 Mücheln, mit Zusammenfassungen der Vorträge
      (aus Vogelwarte 2/2015> PDF

> Weitere Literatur Bienenfresser (xlsx) - Übersicht, Stand Februar 2017

Interesse mitzumachen?

Wer in der Fachgruppe mitarbeiten oder Informationen zu den Aktivitäten und Terminen der FG erhalten möchte, meldet sich bitte beim Fachgruppen-Sprecher (-> Kontakt siehe oben).