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DOG gratuliert zur Erweiterung der Brehm-Gedenkstätte

11.06.2026

Neuer Anbau der Brehm-Gedenkstätte eröffnet

Am 6. Juni 2026 wurde in der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf der neue gläserne Anbau feierlich eröffnet. Zu den Gästen zählten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kultur, darunter der ehemalige Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow sowie mehrere Landesminister, Landräte und Bürgermeister.

Für die Deutsche Ornithologische Gesellschaft überbrachte die Präsidentin Dorit Visbeck-Liebers ein Grußwort. Dabei erinnerte sie an die besondere Bedeutung Christian Ludwig Brehms für die Geschichte der deutschen Ornithologie. Als die DOG im Jahr 1850 gegründet wurde, galt der Renthendorfer Vogelpastor bereits als eine der prägenden Persönlichkeiten seines Fachs. Seine Beobachtungen, Sammlungen und Veröffentlichungen gehören bis heute zu den Grundlagen der wissenschaftlichen Vogelkunde.

Ein besonderer Blickfang vor dem Neubau ist die lebensgroße Bronzestatue der Urmutter Gaja des Bildhauers Volkmar Kühn. Die vom Freistaat Thüringen finanzierte Skulptur erinnert an Christian Ludwig Brehm, dessen wissenschaftliche Leistungen heute häufig hinter der Bekanntheit seines Sohnes Alfred Edmund Brehm zurücktreten. Sie würdigt den Begründer einer der bedeutendsten naturkundlichen Sammlungen seiner Zeit und trägt dazu bei, sein Wirken wieder stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Im Mittelpunkt ihrer Ansprache stand jedoch ein Thema, das Besucherinnen und Besucher von Museen oft nicht unmittelbar wahrnehmen: Archive und Sammlungen. Als Kuratorin am Deutschen Meeresmuseum in Stralsund betonte Dorit Visbeck-Liebers deren Bedeutung als „Gedächtnis“ wissenschaftlicher Einrichtungen. Sie bewahren nicht nur Objekte und Dokumente, sondern schaffen die Voraussetzung dafür, dass Geschichte immer wieder neu erforscht, hin terfragt und eingeordnet werden kann.

Besonders hob sie hervor, dass im Neubau ein eigener Archivbereich geschaffen wurde. Damit entstehe nicht nur zusätzlicher Raum für Veranstaltungen und Vermittlungsarbeit, sondern zugleich eine wichtige Grundlage für die langfristige Sicherung von Quellen und Sammlungsbeständen.

Die Präsidentin verwies in diesem Zusammenhang auch auf die aktuelle Beschäftigung der DOG mit ihrer eigenen Geschichte. Gemeinsam mit dem Museum für Naturkunde Berlin arbeitet die Gesellschaft an einer wissenschaftlichen Aufarbeitung ihrer Vergangenheit, einschließlich der Zeit des Nationalsozialismus. Solche Forschungen seien nur möglich, wenn historische Quellen erhalten bleiben und zugänglich sind.

Zum Abschluss gratulierte sie dem Team der Brehm-Gedenkstätte um Jochen Süss zu dem gelungenen Neubau. Dieser stehe nicht nur für die Pflege des ornithologischen Erbes, sondern auch für die Bereitschaft, Geschichte lebendig zu halten und künftigen Generationen zugänglich zu machen.