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33. Sachsen-Anhaltische Storchentage vom 16.–18. Oktober 2026 in Loburg und Möckern

Am 17. Oktober 2026 war DOG-Präsidentin Dr. Dorit Visbeck-Liebers bei den 33. Sachsen-Anhaltischen Storchentagen in Möckern zu Gast. Unter dem Motto „Zwischen Tradition und Moderne“ kamen Fachleute und ehrenamtlich Engagierte zum Austausch über Storchenforschung und Schutz zusammen. Zur Eröffnung überbrachte sie das Grußwort der DOG.

Links: Christoph Kaatz bei seiner Begrüßungsrede zu den 33. Sachsen-Anhaltischen Storchentagen in Möckern. Rechts: DOG-Präsidentin Dr. Dorit Visbeck-Liebers (links) nach ihrem Grußwort gemeinsam mit Michael Kaatz (Mitte) und Andrea Flack (rechts).

Grußwort 33. Storchentag Sachsen-Anhalt

Liebe Storchenfreundinnen und Storchenfreunde,

zu den 33. Sachsen-Anhaltischen Storchentagen sende ich Ihnen im Namen der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft herzliche Grüße.

Ihr Motto „Zwischen Tradition und Moderne“ knüpft unmittelbar an unsere jüngste DOG-Jahresversammlung in Mainz an. Martin Wikelski zeigte dort, wie moderne Besenderung die Erforschung des Vogelzugs über Kontinente hinweg ermöglicht. Wolfgang Fiedler stellte die gemeinsam mit Andreas Flack erhobenen Befunde vor: Junge Weißstörche lernen von Artgenossen, verbessern mit zunehmender Erfahrung ihre Flugstrategien und entwickeln individuelle Zugrouten. Beringung, langjährige Beobachtung und moderne Sendertechnik eröffnen einen immer genaueren Blick auf die verschiedenen Lebensgeschichten.

Der berühmte Pfeilstorch von 1822 in der Universitätssammlung Rostock lieferte einen frühen handfesten Beleg für den Fernzug zwischen Europa und Afrika. Seine Geschichte greift auch der neue Film „Watching People Watching Birds“ auf, den wir in Mainz als Preview sehen konnten. Von dieser einzelnen Beobachtung bis zur heutigen Vogelzugforschung spannt sich ein eindrucksvoller Bogen.

Weißstörche sind zudem Botschafter, mit denen wir Menschen für Vogelzugforschung und Naturschutz begeistern können. In meiner Heimat in Stralsund erlebe ich das ebenso bei den Kranichen: Ihre Rufe und großen Rastgemeinschaften machen Vogelzug unmittelbar erfahrbar. Solche Begegnungen wecken Neugier und schaffen Anknüpfungspunkte, um wissenschaftliche Erkenntnisse in die Öffentlichkeit zu tragen.

Mein besonderer Dank gilt allen, die sich ehrenamtlich für Störche einsetzen. Ihre Ortskenntnis, Ihre langjährigen Beobachtungen und Ihre Arbeit für Horste und Lebensräume sind eine unverzichtbare Grundlage für Forschung und Schutz.

Diese Verbindung zwischen ehrenamtlichem Engagement und beruflicher Forschung liegt auch der DOG besonders am Herzen. Sie bietet engagierten Vogelkundlerinnen und Vogelkundlern eine wissenschaftliche Heimat und Möglichkeiten, eigene Fragen zu verfolgen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Gerade junge Mitglieder unterstützen wir mit Reisestipendien und der Förderung von Forschungsreisen. Unser neu aufgelegtes Förderprogramm für Gastaufenthalte schafft zusätzliche Gelegenheiten, an anderen Einrichtungen zu lernen und gemeinsam zu forschen.

Ich möchte Sie herzlich einladen, diesen Austausch mitzugestalten und die Angebote der DOG zu nutzen. Denn aus der Begeisterung für Vögel, dem Wissen vor Ort und neuen wissenschaftlichen Ideen kann viel entstehen.

Ich danke dem Team des Storchenhofs Loburg für die Organisation und wünsche allen Teilnehmenden anregende Vorträge, gute Gespräche und neue Impulse für den gemeinsamen Weißstorchschutz.

 

Dr. Dorit Visbeck-Liebers
Präsidentin der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft

1. Oktober 2026

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