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Fachgruppentreffen 2026

Treffen der Fachgruppe: Gänseökologie
20. Tagung vom 06. – 08. Februar 2026 in Potshausen

Mit Hightech den Vögeln auf der Spur: Viel mehr als nur Nils Holgersson und Gänserich Martin

Mehr als 50 Gänseforscher und Vogelbegeisterte treffen sich am Wochenende zur 20. Tagung der Fachgruppe Gänseökologie von DOG und DDA im Bildungszentrum Ostfriesland in Potshausen. Hier finden sich die Forscher aus ganz Deutschland sowie Kollegen aus den Niederlanden zusammen, um ihre Studienergebnisse auszutauschen und wissenschaftlich zu diskutieren. Auf dem Programm stehen neben Vorträgen über die Ems-Dollart-Region als einer der wichtigsten Zugvogelrastplätze Europas auch Berichte über das Zugverhalten unterschiedlicher Wasservogelarten, neue Ergebnisse zur Vogelgrippe und zu den Auswirkungen der Offshore-Windanlagen auf den Vogelzug. Einen breiten Themenbereich nehmen am Samstag Präsentationen zum Fang und der Beringung von Gänsen, Enten und Schwänen sowie die statistischen Auswertungen der Daten insbesondere von Sendervögeln ein.

In einem Abendvortrag stellte Dr. Helmut Kruckenberg zunächst allen Anwesenden die Ems-Dollart-Region sowie speziell das Leda-Jümme-Gebiet als europaweit bedeutenden Rastplatz von Gänsen und anderen Zugvogelarten gestern und heute vor. Nach einer Morgenexkursion am Samstagmorgen startete die Tagung in ein buntes Programm aus wissenschaftlichen Vorträgen. Standen am Vormittag moderne Techniken von Fang, Besenderung und Auswertung in Forschungsprojekten im Vordergrund, wurden bis Sonntag mittag Ergebnisse aus laufenden Projekten vorgestellt. Hierbei ging es um die Gefährdung von Zugwegen der Gänse durch Windkraft in Nord- und Ostsee, die Bestandsentwicklungen der bedrohten Arten Zwerg- und Waldsaatgans oder das neue Phänomen von Gebäudebruten bei Graugänsen in Hamburg. Am Samstag Abend berichtete Dr. Maarten Loonen vom Arctic Center Universiteit Groningen über 35 Jahre Forschungsarbeiten an Weißwangengänsen auf Spitzbergen.

Der Sonntagmorgen war von Berichten über das Monitoring der brütenden bzw. rastenden Gänsearten in Deutschland geprägt. So stellte Kim Lindner vom DDA den „Nationalen Bericht zur Lage der Vögel in Deutschland“ vor, der alle 6 Jahre erarbeitet wird und die Grundlage für die deutschen Berichtspflichten an die EU-Kommission darstellt. Ebenfalls wurden die Ergebnisse der sommerlichen Bestandserfassungen in NRW und NDS vorgestellt. Den Abschluss der Tagung bildete ein Programmblock mit Forschungsprojekten aus dem Wattenmeer.

Die erste Fachtagung der Gruppe fand 1994 in Wilhelmshaven unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Heiner Bergmann statt. 19 weitere Tagungen in nahezu allen wichtigen Gänserastregionen folgten bis heute. Neben der Ökologie der Gänsearten standen auch immer wieder aktuelle Themen wie die von Auswirkungen der Gänse auf landwirtschaftliche Flächen, die Wirkung von Jagd und anderen Störungen auf der Tagesordnung. Seit 2011 ist der gebürtige Leeraner Dr. Helmut Kruckenberg Sprecher der Fachgruppe.

Bericht von:
Dr. Helmut Kruckenberg


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  1. Bericht Treffen 2026 der Fachgruppe - Gänseökologie