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Preisträger 2026
Dr. Simeon Lisovski

Für seine wegweisenden Forschungen zur Ökologie des Vogelzugs,
seine herausragenden Beiträge zum Verständnis der Anpassung von 
Vogelpopulationen an Umweltveränderungen sowie seine innovativen Arbeiten 
zur Polarökologie und zu den ökologischen Folgen des globalen Wandels.

Laudatio

Die Deutsche Ornithologische Gesellschaft verleiht den Preis der Horst-Wiehe-Stiftung 2026 an Dr. Simeon Lisovski für seine herausragenden wissenschaftlichen Beiträge zur ökologischen Ornithologie. Seine Arbeiten haben das Verständnis des Vogelzugs, der Anpassungsfähigkeit von Vogelpopulationen an Umweltveränderungen sowie der ökologischen Folgen des globalen Wandels in besonderer Weise vorangebracht.

Verleihung des Preises der Horst-Wiehe-Stiftung 2026 an Dr. Simeon Lisovski (Mitte) durch die DOG-Präsidentin Dr. Dorit Visbeck-Liebers (rechts) und Laudatorin Carmen Röhr (links).

Simeon Lisovski studierte Biologie und Ökologie in Rostock und Jena und promovierte an der Deakin University in Australien über die Dynamik von Infektionskrankheiten im Zusammenhang mit Saisonalität und Vogelzug. Nach Forschungsstationen in Australien, den USA und der Schweiz arbeitet er derzeit am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Potsdam sowie am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin.

Im Mittelpunkt seiner Forschungen steht die Frage, wie Vögel und ihre Lebensgemeinschaften auf eine sich rasch verändernde Umwelt reagieren. Mit innovativen Ansätzen der Bewegungsökologie, modernster Tracking-Technologie und komplexen Modellierungen hat er entscheidend dazu beigetragen, die räumlichen und zeitlichen Muster des Vogelzugs auf globaler Ebene zu entschlüsseln. Seine Arbeiten zeigen, wie Zugvögel auf klimatische Veränderungen reagieren, welche Grenzen ihrer Anpassungsfähigkeit gesetzt sind und welche Konsequenzen daraus für Populationen und deren Ökosysteme entstehen.

Darüber hinaus hat Simeon Lisovski wichtige Beiträge zum Verständnis der Ausbreitung aviärer Influenzaviren und anderer Krankheitserreger durch wandernde Vogelarten geleistet. Dabei verbindet er Ornithologie, Ökologie und Epidemiologie und liefert Erkenntnisse von hoher Relevanz für Natur- und Artenschutz ebenso wie für das Verständnis globaler Gesundheitsrisiken.

In den vergangenen Jahren bereicherte der Preisträger zudem die Forschung im Bereich der Polarornithologie ganz maßgeblich. Als Leiter zahlreicher Expeditionen in die Arktis und Antarktis untersucht er die Auswirkungen des Klimawandels auf Vogelgemeinschaften und Ökosysteme der Polarregionen. Seine Arbeiten verbinden Feldforschung unter extremen Bedingungen mit modernen Methoden der Fernerkundung, Genetik und Biodiversitätsforschung und eröffnen neue Perspektiven auf die Zukunft arktischer und antarktischer Lebensräume.

Mit mehr als 70 wissenschaftlichen Veröffentlichungen in international führenden Fachzeitschriften, darunter Science, Nature Communications, Proceedings of the National Academy of Sciences und Current Biology, hat Simeon Lisovski die moderne ornithologische Forschung nachhaltig geprägt. Seine Arbeiten zeichnen sich durch wissenschaftliche Exzellenz, methodische Innovationskraft und eine außergewöhnlich breite ökologische Perspektive aus.

Mit der Verleihung des Preises der Horst-Wiehe-Stiftung würdigt die Deutsche Ornithologische Gesellschaft einen Wissenschaftler, dessen Forschung grundlegende Erkenntnisse über die Ökologie wandernder Vogelarten geliefert und das Verständnis ihrer Rolle in einer sich wandelnden Welt entscheidend erweitert hat.

Mainz, den 17. September 2026

Verliehen von der
Deutschen Ornithologischen Gesellschaft e.V.
auf der 159. Jahresversammlung


Dr. Dorit Visbeck-Liebers
Präsidentin

Prof. Dr. Heiko Schmaljohann
Vizepräsident 

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